
Eigenen
Texte
Aktuelle
Leseprobe:
Das
goldene Zeitalter der Kunst steht noch
bevor!
Inhaltsverzeichnis:
Die Entwicklung der Märkte für
Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts
Das
Kunstwerk als neues Statussymbol und Alternative
zum Konsumgut
Folgt dem Crash am Aktienmarkt immer
ein Crash am Kunstmarkt?
Der Kunstmarkt
ist beständiger und profitabler
als der Aktienmarkt in den letzten einhundertfünfzig
Jahren
Immer weniger Auswirkungen auf den Kunstmarkt
Der Verlust der Kunstkritik bei gleichzeitiger
Breitenwirkung der Kunst.
Der Autor
Das
goldene Zeitalter der Kunst steht noch
bevor!
Die
Entwicklung der Märkte für Kunst
des 20. und 21. Jahrhunderts
Nachdem
in den letzen zwei Jahren die Auktionshäuser
jedes halbe Jahr anlässlich ihrer Auktionstage
für Kunst des 20. Jahrhunderts und zeitgenössische
Kunst immer neue Weltrekorde für Spitzenwerke
und auch zunehmend für aktuelle Gegenwartskunst
verzeichnen konnten, machen sich immer mehr Experten
Sorgen, wann diese Spekulationsblase des Kunstmarkts
platzen wird. Die Stimmen auch von internationalen
Spitzenhändlern wie u.a. Jeffrey Deitch
aus New York werden lauter, die eine Überbewertung
der Kunstwerke bzw. ihrer erzielten Preise konstatieren
und sich die Frage stellen: Nicht ob die Blase
platzt, sondern wann?
Auktionatoren
wie Tobias Meyer von Sotheby’s
lassen verständlicher Weise in den Medien
verlauten, dass der Kunstmarktboom erst gerade
beginne, weil neue Nachfrage aus Indien, China,
Japan und Russland zusätzlich gestillt werden
wolle. Denn dort haben sich neue Kunstkäuferschichten
herausgebildet, die nicht nur sehr liquide sind,
sondern auch Trophäen des Kunstmarkts sozusagen „off
limits“ ihr eigen nennen wollen. Der Preis
spielt keine Rolle mehr, weil in so kurzer Zeit
soviel Vermögen angehäuft wurde, dass
selbst Preise von einigen Millionen für
einen „ Gerhard Richter, Jeff Koons, Damien
Hirst oder oder.. nur einen verschwindend kleinen
Bruchteil ihres geschaffenen Vermögens repräsentieren.
Diese
Preisentwicklung wird zusätzlich
angeheizt, weil alle Werke derselben Künstler
mit großen Namen an der eigenen Wand hängen
sehen und ihr Investment in Kunst risikolos angelegt
wissen wollen. Zusätzlich ist es natürlich
sehr angenehm, mit der neuen Trophäe vor
dem eigenen Umfeld zu glänzen. Denn Dank
Medienberichterstattung wird jeder neue Preisrekord
einen Kunstwerks ausführlich und dies rund
um den Globus diskutiert. Wenn dem Käufer
dabei noch gelingt, eine Aura des Ungewissen
um sich zu legen, garantiert die Presse zusätzliche
Nachforschung und die Gerüchteküche
arbeitet auf Hochtouren. Wer hat es gekauft und
warum gerade dieses Werk und nicht ein anderes
des Künstlers?
Längst
hat sich bei diesen neuen reichen Sammlern,
die vielfach mächtige und erfolgreiche
Repräsentanten des neuen Informationszeitalters
sind, der Wunsch durchgesetzt, nicht mehr allein
mit den profanen Statussymbolen einer wackelig
gewordenen Konsumgesellschaft zu glänzen,
sondern mit den Insignien von Geist und Kultur,
die sich visuell am besten mit den Ikonen der
Kunst ausdrücken lassen. top
Das Kunstwerk als neues Statussymbol und Alternative
zum Konsumgut
Denn
auch in den nächsten Jahren wird nichts
schwieriger sein für den Konsumenten, als
der unverhohlene Konsumgenuss. Längst ist
der Mensch ein wandelndes Verbraucherlexikon
geworden, das sich im Sinne der „Political
correctness“ fragen muss, was darf es verzehren
oder kaufen, ohne an Ausbeutung, Umweltverschmutzung,
Missbrauch, Ozonloch, Energieverschwendung u.ä.
teilzunehmen.
Das
Kunstwerk ist das letzte unverdorbene Produkt
ohne Verfallsdatumsrisiko, vor allem dann, wenn
es bereits die Kunstrezeption durchlaufen hat
und die Aufnahme des Künstlers in den Olymp
der international museal ausstellbaren Kunst
bereits garantiert ist.
Mit
dem Kaufpreis bei selbst noch relativ jungen
Künstlern mit internationaler Reputation
wird das Rezeptionskonzept im Rahmen der Kommunikations-
und Marketingstrategie partizipierender Sammler
und Ausstellungsmacher durch den erzielten Auktionspreis
mitgeliefert. Das Risiko der Ablehnung durch
den Markt wird sogleich abgeblockt, weil der
Käufer dieses Werks bereits die Mitwirkenden
des Kunstspiels identifiziert hat und weiß,
selbst wenn er zu einem überhöhten
Preis auf der Auktion kaufen musste, so scheint
der „finanzielle Mehrwert“ in den
nächsten Jahren garantiert.
Mit
dem Kauf des Kunstwerks wird sogleich eine
Leihgabe mit einem renommierten Museum ausgehandelt.
Dies dient der Eigen-PR – der Sammler als
Wohltäter – und ermöglicht bei
einem späteren Wiederverkauf einen zusätzlichen
attraktiven Ertrag. Das Kunstwerk ist durch seine
Repräsentanz im richtigen Museum geadelt
worden und hat zusätzlich an Wert gewonnen.
top
Folgt dem Crash am Aktienmarkt immer ein Crash
am Kunstmarkt?
Die
Erfahrungen der letzen zwei Jahrzehnte hat
gezeigt, dass nach einen Crash am Aktienmarkt,
zwei drei Jahre später auch der Kunstmarkt
folgt. Der letzte für die Kunst bedeutsame
Crash am Aktienmarkt war 1987. 1990/91 folgte
ein Ausverkauf der Kunst, nchdem zuvor auch bei
den Auktionen immer neue Weltrekorde für
versteigerte Kunstwerke ausgerufen wurden. Die
Medien wußten auch damals bereits gerne
davon zu berichten. Denn Weltrekorde egal in
welche Branche erfreuen sich immer großer
medialer Aufmerksamkeit – sind sie doch
der Inbegriff des Kapitalismus und ein Spiegelbild
für das angenehme Ungleichgewicht zwischen
Angebot und Nachfrage. Dieses Ungleichgewicht
wird als Garant für ein gesundes Wachstum
in kapitalistischen Ökonomien verstanden.
Jedes
Platzen einer spekulativen Blase an den Aktienmärkten wird mit den größten
Existenzsorgen beobachtet und kostet im Verlauf
ihrer Kettenreaktion vielen Menschen Arbeit,
Verlust des bisher erreichten Wohlstands und
Ansehens. Es gibt Stimmen in Bankenkreisen, die
in Zukunft die Phasen zwischen Boom und Crashs
an den unterschiedlichen Märkten in immer
kürzer Zeitabständen vermuten. Auf
Grund des gleichzeitig immer schnelleren Flusses
von Informationen rund um die Welt, müssen
die Reaktionen auf die Informationen in noch
höherer Geschwindigkeit erfolgen, so dass
oft keine Zeit mehr für eine vernünftige
Analyse bleibt. Irrationale übereilte Entscheidungen
häufen sich.
Es
herrscht die Angst vor, durch Inanspruchnahme
zusätzlicher Zeit, die Chance für das
richtige und schnelle Handeln verpasst zu haben.
Das Risiko einer Fehlentscheidung wird einkalkuliert,
eine falsche Beurteilung der Sachlage vorgenommen
zu haben. Dies alles nach dem Motto: „ lieber
schnell handeln, als gar nicht.“
Das
Kunstwerk ist dem Faktor Zeit überlegen,
weil es nicht für den Augenblick geschaffen
wurde, sondern über die Zeit hinaus seine
Gültigkeit behalten soll. Ausnahmen sind
jene Kunstwerke, deren physischer Verfall oder
Begrenztheit seiner Existenz vom Künstler
eingeplant wurde und zur Aussage des Kunstwerks
beiträgt.
Seit
dem Crash des Jahres 1990 hat der Kunstmarkt
international mehr als zehn Jahre gebraucht hatte,
sich aus dem Tal der Tränen zu neuer Stärke
aufzubauen. Die Sammler und Käufer von Kunst
waren verunsichert. Selbst der Crash am Aktienmarkt
des Jahres 2000 hat dem Kunstmarkt nicht viel
anhaben können. Vielleicht trifft sogar
das Gegenteil zu. Erst durch die plötzliche
Liquidität durch Verkäufe auf dem Aktienmarkt,
dem Fehlen alternativer renditestarker Anlagemöglichkeiten,
wanderte ein großer Teil des freigewordenen
Geldes in die Kunst. Nun mehrt sich die Sorge
vor dem nächsten Zusammenbruch, nachdem
in den letzten Wochen die Blase des internationalen
Immobilienmarkts zu platzen droht. Gerade in
Amerika können die viele Hausbesitzer die
Kredite ihrer Hypotheken nicht mehr bedienen,
weil die Zinsen steigen, die Einkommen nicht
mit wachsen und die Wertsteigerung der Immobilien
nicht mehr zunehmen können, weil die Spitze
erreicht zu sein scheint.
Schon entsteht der Eindruck, dass die Hypothekenkrise
der USA auch in Deutschland und Frankreich
ihre ersten Opfer fordert. Weitere Länder
werden davon betroffen sein. Die Zentralbanken
gewähren den Geschäftsbanken Tageskredite
in zwei – und dreistelligen Milliardenhöhe,
weil die Banken zueinander kein Kreditvertrauen
mehr haben, denn keiner weiß, wer noch
im Geschäft mit schlechten Krediten ist.
Die Angst geht um, auch wenn es so keiner explizit
ausdrücken will, um die Stimmung nicht
zu verschärfen.
Gerüchte
wonach im Falle eines Crashs am Aktienmarkt,
die Privathaushalte in Deutschland
Sichteinlagen bis € 65.000,-- nutzen dürfen
und bei Verfügungen darüber hinaus
mit einer temporären Sperre rechnen müssen,
werden bereits in Finanzkreisen diskutiert. Dies
werde als Sicherheitsmaßnahme definiert,
um Ruhe in die Märkte zu bringen. Ob es
so kommt und mit welchen Beträgen ist zur
Zeit ungewiss, zeigt aber die Angespanntheit
der Aktienmärkte. top
Der Kunstmarkt ist beständiger und profitabler
als der Aktienmarkt in den letzten einhundertfünfzig
Jahren
Nun
- hat dies Auswirkungen auf den Kunstmarkt
und gebe es Gründe, trotz allem von einem
eigentlich noch bevorstehenden goldenen Zeitalter
der Kunst zu sprechen?
In
allen Marktanalysen wurde nie die Eigendynamik
des Kunstmarkts ausreichend gewürdigt. Dies
mag daran liegen, dass der Markt für Kunst
sehr schwierig zu verstehen ist, weil das Produkt
Kunst selbst sehr komplex ist. Er ist bisher
damit vielen nicht zugänglich (fehlendes
Know How und Liquidität), als es auch von
den Teilnehmern nicht gewollt war, die Funktionsweise
dieses Marktes transparenter zu machen, als unbedingt
notwendig. Viele Kunstkäufer waren glücklich,
dass ihr Kunstbesitz nicht öffentlich wurde,
sofern sie es nicht selbst kommunizierten.
Erst
beim Wiederverkauf von „Meisterwerken“ (oder
auktionsfähiger Ware) wurde ein aktueller
Marktpreis ermittelt. Der vormalige Besitzer
konnte unerkannt bleiben, ebenso wie der neue
Eigentümer. Nur das Auktionshaus trat als
Marktplattform und stellvertretend für den
Anbieter öffentlich in Erscheinung.
Da
bisher Sammler oft zu einem sehr frühen
Zeitpunkt Kunstwerke von Künstlern erwarben,
als diese noch unbekannt waren oder noch keine
nationale oder internationale Nachfrage bestand,
konnten sie also sehr günstig einkaufen.
Unbekannt für die Öffentlichkeit bleibt,
wie lange ein Sammler das Werk zuvor gehütet
hatte, bevor er sich davon zu einem attraktiven
Marktpreis bereit war, wieder zu trennen. Über
die „Votalität“ von Kunstwerken
kann daher nur im Einzelfall Auskunft gegeben
werden, wenn diese Werke auf dem Sekundär – und
nicht auf dem Primärmarkt erstanden wurden.
Erwarben
die Käufer vom Künstler oder
vom Galeristen direkt die Arbeit, so war die
Rendite um so attraktiver, wenn das Werk des
Künstlers über regionale Erfolge und
Museumsausstellungen hinaus der Öffentlichkeit
präsentiert wurde. Der so genannte „Kanon
der Rezeption“ bestätigte die Bedeutung
des Künstlers, so dass es attraktiv wurde
die Werke auf Auktionen anzubieten.
Insbesondere
in den letzten Jahren haben sich Auktionshäuser an Künstler und Galeristen
auch direkt gewendet, um die rasch gestiegene
Nachfrage an junger Gegenwartskunst mit „frischer
Ware“ zu bedienen. Künstler deren
Werke zu früh angeboten wurden und nicht
erfolgreich mangels fehlender Rezeption versteigert
werden konnten, fielen beim kaufwilligen Publikum
durch. Sie sind dann oft über Jahre hinaus
auf dem Sekundärmarkt nicht mehr abzusetzen, ändert
sich der Kanon über den Künstler und
sein Werk nicht.
Wird also bisher vom Kunstmarkt gesprochen,
so hat man vor allem den Sekundarmarkt im Blick.
Er wird gerne mit dem Aktienmarkt verglichen,
weil er sich nicht nur als ebenso rentabel gezeigt
hat, sondern sogar, lege man den Mei/Moses Index
zugrunde, der die Top 500 Unternehmen Amerikas
mit der Entwicklung des Kunstmarkts in den letzten
150 Jahren vergleicht, zum Schluss kommt, dass
Kunstwerke die Rendite der Entwicklung der Aktien
insgesamt geschlagen haben.
Käme es also zu einem Crash auf dem Kunstmarkt,
stellen selbst Verluste von 40 – 50% und
mehr nur einen relativen Schaden dar, wenn nicht
bekannt ist, zu welchem Preis und wann das werk
von wem erworben wurde. Zusätzlich minimiert
sich das Risiko für den Eigentümer,
wenn es sich um ein kunstgeschichtlich relevantes
Werk handelt, das schon einen festen Platz in
der Kunstwelt gefunden hat. Dies gilt nach dem
Motto – ein gutes Kunstwerk bleibt immer
ein gutes Werk, auch wenn temporal die finanzielle
Bewertung nicht der erhofften Rendite entspricht.
Und
hiermit ist der Kunstmarkt fundamental anders
als der Aktienmarkt, weil das Kunstwerk nicht
an Bedeutung verliert. Dies trifft umso mehr
zu, wenn es dem Künstler gelungen war, ein
Werk zu schaffen, dass über die Gegenwart
hinaus seine Bedeutung erhält oder noch
verstärkt.
Hier
liefert der Kunstmarkt der letzten fünfzig
Jahre bedenkenswerte Beispiele. Die Kunstwerke
der deutschen Expressionisten oder auch die amerikanische
Pop Artisten u. viele mehr waren zu deren Lebzeiten
günstig zu erwerben. Heute sind ihre Preise
für die meisten Sammler nicht mehr zu bezahlen.
top
Immer weniger Auswirkungen auf den Kunstmarkt
Kunst ist noch weit davon entfernt, von jedem
wahrgenommen zu werden, dennoch gab es noch nie
so viel gesellschaftliches Interesse an Kunst
wie heute.
Der
Sekundärmarkt mag vielleicht der aufregendste
Kunstmarkt zu sein. Nicht nur weil die Preise
für Kunstwerke mittlerweile schwindelerregende
Höhen erreicht haben, sondern weil ihre
Akteure in ihrem Verhalten auffallen. Es wird
mit großem Summen hantiert und alles, was
das Klischee vom Hype, Sex und Entertainment
zu bieten hat, wird von diesem Markt bedient.
Auf
Ausstellungen sich zeigen, Künstler
persönlich kennen, bei „Previews für
die „happy view“ dabei zu sein, Glamour
und knisternde Erotik in einer sich selbst verliebten
Scene zu erleben, sind die Ingredenzien, die
sich medial vermitteln lassen. Ist der Künstler
Teil des Sytems wird er wie ein Popstar verehrt.
Die
Folge: die vom Künstler beabsichtigte
Reflektion über seine Kunstwerke sind zur
Sekundärtugend abgerutscht, die in dieser
Welt selbst verliebter Kunstkonsumenten nicht
mehr für wichtig erachtet wird. Ändern
sich in diesem System die Aufgaben der einzelnen
Teilnehmer, weil Begehrlichkeiten zunehmen, wird
dieses nur noch von einer kleinen Gruppe engagierter
Kunstmacher wahrgenommen, die bisher nicht über
das erforderliche Auditorium verfügen, da
ihre Anmerkungen zu schwer vermittelbar zu sein
scheinen.
Der
Künstler wird zum Sammler, der Kurator
wird zum Künstler, der Kritiker zum Kurator
einer Ausstellung. Die Grenzen zwischen den Aufgaben
in der Kunstwelt sind fließend und führen
oft auch zu einem Verzicht an Rezeption, weil
der Betrachter die Zuständigkeiten nicht
mehr zuordnen kann und sich nur noch auf seine
eigene Erkenntnisse zurückziehen kann, ohne
im Dialog über das Werk zusätzliche
Erkenntnisse zu ziehen. top
Der Verlust der Kunstkritik bei gleichzeitiger
Breitenwirkung der Kunst.
Kunst
ist in aller Munde. Ein wichtiges Ziel scheint
erreicht zu sein. Auch wenn noch nicht
jeder in einer Gesellschaft sich für Kunst
interessiert, so hat doch selbst die Kunstbesprechung
in vielen unterschiedlichen Medien dafür
gesorgt, dass Kunst als gesellschaftlicher Faktor
in allen Bereichen wahrgenommen wird. Hat Aldi
angefangen, Editionen von Felix Droese (J. Beuys-Schüler)
zu vertreiben, Tschibo verkaufte Graphiken von
Picasso an ihre Kaffeekunden. Auch wenn diese
Werke wohl nicht den Wert repräsentieren,
den die Käufer erwarteten, weil wohl keine
authorisierten und signierten Drucke angeboten
wurden, so ist die Kunst der letzten einhundertfünfzig
Jahre nun bei den Menschen angekommen. Die Kommunikation
von Kunst bedarf umso mehr der Überprüfung
und der Veränderung, soll Kunst nicht zu
Abfallprodukt einer sich gesättigten Welt
werden.
Firmen
laden Kunden zum Preview einer Ausstellung
ein, Kunstmessen schiessen wie Pilze aus den
Boden, Biennalen und Triennalen werden weltweit
zu begehrenswerten Events von Ländern und
international wirken wollenden Städten.
Museen
werden gebaut, sei es von privater oder öffentlicher
Hand, weil man erkannt hat, dass Kunst ein wichtiger
Wirtschaftsfaktor geworden ist, der nicht nur
Umsätze durch Museumsbesucher und Kunsttouristen
in die Städte bringt, sondern ist auch ein
weicher Standortfaktor für Investoren geworden,
die sich mit Unternehmen an einem attraktiven
Standort niederlassen wollen. Ganze Wohnviertel
gewinnen an Glanz und damit an Wertsteigerung,
wenn in ihrer Nähe ein Museum gebaut wird.
Schon
schreiben amerikanische Zeitungen, dass ein
Mangel an Museumsdirektoren zu befürchten
ist, weil zusätzlich viele noch amtierende
bald in den Ruhestand gehen werden.
Manch
zynische Stimme fragt sich, woran die neuen
großen Sammler mehr verdienen, an
dem steigenden Wert ihrer Sammlung oder an der
Wertsteigerung der Immobilien, die rechtzeitig
vor dem Bau des Museums günstig erworben
wurden.
Kunst
ist in der Gesellschaft angekommen. Damit es
wirklich zu einem goldenen Zeitalter der Kunst
wird, muss sie nur noch von den Betrachtern rezipiert
werden. Damit auch die Fähigkeit wächst,
mittelmäßige bis schlechte Kunst von
herausragender Kunst zu unterscheiden. Fangen
wir an, denn das goldene Zeitalter der Kunst
hat bereits begonnen! top
Der Autor:
Martin
Leyer-Pritzkow ist seit vielen Jahren unabhängiger Kurator für Gegenwartskunst
und ist der erste Ausländer und Deutscher,
der einen Lehrauftrag an der Kunstakademie von
Venedig hat. Er hat bereits im Jahr 2001 als
einer der ersten eine Ausstellungsreihe mit neuen
Positionen in der figurativen Malerei unter dem
Titel: „Junge Figurative“ realisiert,
bevor in den Folgejahren gerade auch in Amerika
die neue figurative Malerei überschwänglich
auf sich aufmerksam machen konnte und mit zu
den internationalen Auktionsrekorden beitrug.
Gemeinsam
mit dem Kunstkritiker Klaus Sebastian hat er
das Kunstkaufbuch geschrieben. Das Kunstkaufbuch
erschien 2005 bei Prestel, München – Berlin
- New York - London. Es ist das erste Buch seiner
Art, das zehn Qualitätskriterien für
Gegenwartskunst ermittelte, mit denen sich relevante
Kunstwerke von weniger beachtenswerten unterscheiden.
Bereits vor Erscheinen des Buches konnte es bei
www.amazon. de die Topsellerliste unter den Ratgebern
erklimmen. Dort zählt es auch zweieinhalb
Jahren nach seinem Erscheinen immer noch zu den
gefragtesten Ratgebern und ist mittlerweile eine
Klassiker zum diesem Thema.
Martin
Leyer-Pritzkow gibt darüber hinaus
Künstlermonographien heraus und betreut
künstlerische
Lebenswerke. Er berät beim Aufbau von Sammlungen
zur Gegenwartskunst oder entwickelt Kunstkonzepte
für Kommunen ohne Belastung der öffentlichen
Haushaltsbudgets.
Martin
Leyer-Pritzkow lebt und arbeitet in Düsseldorf
und Venedig.
Alle Urheberechte zu
diesem Text liegen bei dem Autor. Veröffentlichungen bedürfen
der ausdrücklichen Genehmigung des Autors
und sind gewünscht.
Copyright:
Martin Leyer-Pritzkow, Düsseldorf
2007
top
impressum
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